| Exkursionsbericht
Idar-Oberstein vom 23. 27. Mai 2001 |
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Im Herbst 2000, an einem Dienstag, nach einem netten Abend im Clublokal
saßen wir im Restaurant Alter Zoll am Stammtisch. Irgendwie führte
das Gespräch in Richtung der Exkursionen des nächsten Jahres.
Bei dieser Gelegenheit brachte ich den Vorschlag ein, an der Auffahrt
2001 eine Exkursion nach Idar-Oberstein durchzuführen, und erkundigte
mich nach der Meinung der Anwesenden. Der Vorschlag hatte ein gutes
Echo, und so war "Idar-Oberstein an Auffahrt 2001" eine beschlossene
Sache.
Den Ort kannte ich nur dem Namen nach, und deshalb erkundigte ich mich
erst mal bei denjenigen, welche schon einmal dort gewesen waren, nach
guten Tips. Von Franz, Hansjörg, Hans, Richi und Walti erhielt
ich gute Vorschläge, Werbematerial sowie Bücher über
die Gegend. In älteren Lapis-Heften sowie Schweizer Strahlern war
ebenfalls viel zu lesen. Natürlich hatte ich in Doris <meinem
lieben Kind> auch einen hilfreichen Internet-Freak zur Verfügung.
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Nun
hatte ich stapelweise Papier auf dem Schreibtisch; und wer die Wahl
hat, hat die Qual. Wir wollten ja nicht einige Wochen in die Ferien
gehen.
In Mannheim wohnt ein Strahlerfreund, Lutz Püschel, der auch dieses
Jahr wieder als Aussteller an der Basler Börse ist. Mit ihm vereinbarte
ich telefonisch ein Treffen. Im Herbst 2000 fuhr ich mit meiner Frau
um 06.00 Uhr von Basel nach Mannheim Lutz rein ins Auto
dann weiter nach Idar-Oberstein. Dort klapperten wir dann einige Orte
ab und sahen uns auch einige Hotels an. Danach wieder ins Auto
nach Mannheim Lutz raus aus dem PW weiter nach Basel,
wo wir um 20.30 Uhr ankamen. Nun konnte ich das Programm für die
Exkursion zusammenstellen. |
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| 1.
Tag |
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Teilnehmer und Teilnehmerinnen trafen zwischen 10.00 Uhr und 12.00 Uhr
im Hotel Naheklause ein. Bei schönem und warmem Wetter saßen
wir im gemütlichen Biergarten und wurden von der Frau Wirtin begrüßt.
(Sie übte im weiteren Verlauf unseres Aufenthaltes besonders für
Chräbeli- Richi irgendwie noch eine überaus wichtige Funktion
aus). Nach dem Mittag- essen war klar: Der Biergarten war unsere kulinarische
Heimat geworden.Nachdem wir die Zimmer bezogen hatten, erfasste uns
plötzlich ein unbändiger Tatendrang, und wir fuhren bei Fischbach
auf die Höhe, um auf dem Ackerland Geoden zu finden. Unterwegs
dahin versuchten wir unser Glück ineinem kleinen, namenlosen Steinbruch.
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Rolf
hatte soviel Glück, dass sein gefundenes Mineral bereits in Form
eines Schmuck-Anhängers da lag. Congratulations!
Am Abend nach dem Duschen saßen wir wiederum im Biergarten und
freuten uns auf das Nachtessen. Jetzt trudelten auch die beiden letzten
Exkursionsteilnehmer, Hansjörg und Franz der Jüngere, ein.
Was wir "zem Znacht" aufgetischt bekamen, war alleine schon
irgendwie eine Reise wert. |
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| 2.
Tag |
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Auf
dem Programm stand der Steinbruch "Juchem", der um 10.00 Uhr
geöffnet wurde. Es waren sehr viele Steineklopfer und -klopferinnen
startbereit, und kurz nach dem Quietschen des sich öffnenden Tores
spurteten sie wie am Engadiner Skimarathon los und schwärmten in
alle Richtungen aus. |
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Wir marschierten
etwas gemütlicher auf die oberste Ebene (Tip vom Wirt). Der Steinbruch
ist so weitläufig, dass man von oben kaum jemanden erblicken
konnte. Also fingen wir an zu klopfen. Ab und zu hörte man so
was wie einen Juchzer.
Sei es, weil jemand
ein schönes Stück gefunden, oder statt des Spitzeisens irgendwie
einen Finger getroffen hatte. Gegen 16.00 Uhr trudelten nach und nach
unsere Leute - mehr oder weniger müde, aber zufrieden - in der
Gartenwirtschaft zum Juchem ein.
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| 3.
Tag |
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Am Freitag war
keine aktive Arbeit angesagt. Wir besuchten am Morgen das Edelsteinmuseum
und eine historische Weiherschleife. Es war beeindruckend, wie die
Schleifer früher arbeiten mussten. Den ganzen Tag auf dem Bauch
liegend die Steine zu bearbeiten war schon hart.
Persönlich meine ich:
"Lieber Sunne uff em Buuch, als Schweiß uff em Rugge"
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Nach
einem "Schnellimbiss" besuchten wir das historische Kupferbergwerk
bei Fischbach. Es war eindrücklich, was in Jahrhun- derten an Erz
aus dem Fels ausgebrochen werden musste, um Kupfer zur Herstellung von
Bronzefiguren und profanen Gegenständen für die Herrscher
zu gewinnen. |
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| 4.
Tag |
Am
Samstag führte uns der Weg zu den Edelsteinminen des Steinkaulenberges.
Deren Stollen führen durch eine faszinierende Zauberwelt. Was sehr
positiv war: Man konnte selber nach Mineralien schürfen.
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Sodann
gingen wir einzeln und auch in kleinen Gruppen auf Schatzsuche. Von
den mehrere hundert Meter langen Stollen waren die begehbaren beleuchtet.
Mit einem Schubkarren holte man Gesteinsbrocken, welche vorher von den
Angestellten abgebaut wurden. Vor dem Stolleneingang hatte es eine Reihe
von Baumstümpfen, auf denen man die herausgeholten Steine irgendwie
aufklopfen und hauptsächlich Achat und Amethyst finden konnte.
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Das
funktionierte zum Beispiel bei Chrüseli-Ruth und Schotter-Käthi,
welche ein Team bildeten, wie folgt: Mit hohen Schuhen und Helm bestückt
spurteten sie mit einer Schubkarre hinein in den Stollen. |
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Gemeinsam
hoben sie einen großen Brocken sicher 20 kg schwer
vom Boden auf. Das war so gekonnt, dass der Stein mitsamt dem Schubkarren
auf die andere Seite zu Boden kippte. Der zweite Versuch, den Stein
aufzuladen, war ein voller Erfolg. Nun wurde unverzüglich mit dem
Transport begonnen, aber die Stollenbreite von ca. 1.00 m bis 1.50 m
war natürlich für Schotter-Käthi eher zu eng, wenn man
seine Schubkarrentechnik und die Beihilfe von Chrüseli-Ruth berücksichtigt.
Nun gut... Irgendwie kamen sie eigenartigerweise mitsamt dem Stein aus
dem Stollen zur Klopfstelle.
Dort feierten beide ihren Erfolg, die Strecke hinter sich gebracht zu
haben, wie wenn ein Fußballer des FCB ein Tor geschossen hätte.
In der gleichen Zeit spazierte der Fossiliensammler <Schnäggejäger>
Hansjörg mit einem Plastikeimer in den Stollen, füllte diesen
einfach so mit Achaten und Amethysten und erschien jetzt mit strahlendem
Gesicht als Mineraliensammler wieder am Tageslicht.
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Nach
diesem äußerst vergnüglichen Morgen fuhren wir noch
auf eine Anhöhe, auf welcher Windmühlen gebaut wurden und
noch werden. Auf diesen Baustellen wurden wir dann auch mehrheitlich
fündig. Diesen Tip haben wir am Abend vorher von Herrn Dr. Schäfer,
einem Mineralogen aus Idar, erhalten. Bei ihm konnte Doris am Sonntag
einige Kartons mit diversen Achaten etc. abholen, die uns Herr Dr. Schäfer
freundlicherweise zum Geschenk machte. Eine derartige Großzügigkeit
ist in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich.
Am Abend, nach dem wiederum tollen Nachtessen, feierten wir natürlich
unsere Funde bis spät in die Nacht hinein, und es endete für
Chräbeli-Richi irgendwie mit einem ehrenhaften, kleinen Gutenacht-Küsschen. |
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| 5.
Tag |
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| Nach
dem Frühstück organisierte unser Bananenschreier Günther
mit Heimwehgesicht den sofortigen Abgang nach Hause. Einige wählten
den gemütliceren Weg und besuchten noch das sehr schöne und
interessante Mineralienmuseum. Den Rest packte nochmals das Windmühlenfieber;
dort wurde abschließend nochmals emsig geklopft. |
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Irgendwie meint
s Schotterkäthi:
" Wenn y nur e Karre hätti"
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Schönes
Werter, ein reichhaltiges Programm, ein Super-Hotel und kein Unfall
Was will man noch mehr.....
Willy Geissmann
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