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- eine (fast) erloschene Fundstelle im Südschwarzwald |
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Topografische
Karte:
Blatt Schopfheim, Koordinaten nach Metz-Richter-Schürenberg:
340508, 538540 - 340510, 528522.
Erreichbar von Kandern aus in Richtung Osten bis wenige hundert Meter
vor Schlächtenhaus, dort nach links in Richtung Endenburg.
Oder: von Steinen nach Schlächtenhaus in Richtung Kandern, von
hier aus dann hinter Schlächtenhaus nach rechts in Richtung Endenburg
abzweigen. |
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In
der engen Linkskurve zweigt ein Forstweg nach Norden ab. Gleich daneben
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oberhalb der Strasse liegt eine aufgelassene, teilweise mit Bau-Aushub
aufgefüllte Sandgrube. Die alten Stollen sind heute alle mit
Schutt überdeckt. Sie liegen tiefer als die Sohle der Sandgrube.
In der Kurve selbst und unterhalb der Strasse liegen Haldenreste.Oberhalb
der Sandgruben findet sich etwas Gangmaterial mit wenig grünen
Sekundärmineralien. In der Sandgrube selbst sind auf der linken
Seite mehrere schmale Baryt-Gänge mit wenig Malachit und Strashimirit
aufgeschlossen. |
Die Erzgänge
stehen in einen engen Zusammenhang mit der Hauptrheintalspalte, die südlich
von Badenweiler nach Osten abbiegt und über Kandern, Schlächtenhaus
nach Hausen im Wiesental verläuft ("Dinkelbergverwerfung").
Im stark hydrothermal zersetzten Gestein ist hier eine Trümerzone
aufgeschlossen, deren Gangarten aus Quarz und Baryt bestehen. Der Baryt
ist manchmal fleischrot gefärbt. Als Primärerze findet sich
fein eingesprengt Fahlerz, ganz spärlich Kupferkies und Emplektit?
Fahlerz ist am Häufigsten und der Hauptlieferant der Kupfer-Sekundärmineralien.
Es sollen Fahlerzgängchen von bis zu 5 cm Mächtigkeit aufgetreten
sein. Quarz und Baryt besitzen wenig Drusen, die Sekundärmineralien
sind in den Gangarten aber auch in den schmalen Spalten des Nebengesteins
aufgewachsen.
Geschichte: In
den Jahren 1923 bis 1931 wurden Schürfe und Untersuchungsstollen
unter dem Namen "Grube Heidelwerk" angelegt. Auf Grund positiver
Beurteilungen der Lagerstätte wurden die vorhandenen Stollen nach
1935 zur Vorrichtung für den Abbau verlängert. In dieser Phase
wurden 15 Tonnen Erz gefördert. Dabei traf man immer wieder auf alte,
mit Schlägel und Eisen aufgefahrene Stollen. Damit kann ein mittelalterlicher
Bergbau auf dieser Lagerstätte als gesichert gelten. 1937 wurde der
Betrieb auf Grund schlechter Prognosen eingestellt, die Grube befindet
sich seither im Bergfreien.
| Mineralien: |
Steen
und Schlomann (1996) beschreiben von hier folgende Mineralien:
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Azurit |
Bayldonit |
Ba-Pharmakosiderit |
Baryt |
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Bindheimit |
Brochantit |
Cerussit |
Chalkopyrit |
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Chrysokoll |
Covellin |
Cornwallit |
Cuprit |
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Emplektit |
Fluorit |
Galenit |
Konicalcit |
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ged.
Kupfer |
Langit |
Limonit |
Malachit |
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Manganoxid |
Mimetesit |
Olivenit |
Parnauit |
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Quarz |
Saleeit |
Segnitit |
Siderit |
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Strashimirit |
Tenorit |
Tetraedrit |
Tirolit |
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einige Bilder:
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| Azurit,
BB=4mm |
Azurit,
Malachit, BB=10mm |
Conicalcit,
BB=5mm |
Azurit,
Cornwallit, BB=8mm |
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| Cornwallit,
BB=5mm |
Malachit,
Azurit, BB=7mm |
Malachit,
Azurit, BB=5mm |
Malachit,
BB=3mm |
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| Olivenit,
BB=6mm |
Olivenit,
BB=2mm |
Olivenit, BB=4mm |
Olivenit,
BB=3mm |
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| Cornwallit,
Strashimirit, BB=5mm |
Tirolit,
BB=10mm |
Cornwallit,
Strashimirit, BB=5mm |
Strashimirit,
BB=4mm |
Fundmöglichkeiten:
In den Jahren 1990
und 1991 wurde eine Kanalisation direkt durch die Halde geführt.
Bei den Grabarbeiten kamen wundervolle Azurit- / Malachitstufen zum Vorschein,
begleitet von der ganzen hier anzutreffenden Mineralparagenese. Heute
ist alles wieder zugeschüttet und bewachsen. Ein tiefer Querschlag
von Osten her ist verstürzt. Die Haldenreste wurden in den letzten
Jahrzehnten stark abgesucht. Vor einigen Jahren hat ein einheimischer
Sammler die höffigsten Partien systematisch umgegraben und sich dabei
natürlich die Rosinen herausgepickt. Das Gangmaterial ist aber recht
verstreut, so dass mit einiger Geduld auch heute noch Belegstücke
gefunden werden können, mit Glück auch kleine Seltenheiten.
Machen Sie sich aber keine allzu grossen Hoffnungen. Ich bin schon zufrieden,
wenn ich nach 2-3 Stunden Suche maximal 5 Stüfchen in den Rucksack
packen kann. Zuhause stellt sich dann heraus, ob vielleicht eines davon
in der Sammlung bleibt. Zirka 30 Meter weiter unterhalb der Strasse liegt
noch eine andere Halde, die fast unberührt ist, aber auch weniger
Mineralien liefert. Ich konnte dort einmal Conicalcit auf Baryt finden.
Oberhalb der Sandgrube gibt es, wie schon erwähnt, Gangmaterial mit
wenigen grünen Spuren von Sekundärmineralien. Azurit fehlt dort
oben gänzlich.
Literatur:
| Metz,
R. Richter, M. Schürenberg, H. : |
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Die
Blei-Zink-Erzgänge des Schwarzwaldes,
Beih. geolog. Jb, Hannover, 1957 |
| Schlomann,
Chr. Steen, H. : |
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Die
Kupfergrube Heidelwerk bei Endenburg im südlichen Schwarzwald,
Der Aufschluss, Jg. 47, 1996, Heidelberg |
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Zum Schluss
eine Bitte:
Wir "normalen"
Sammler überlegen uns immer wieder, ob wir unbekanntere Fundorte
veröffentlichen sollen. Einerseits sind solche Hinweise für
andere, seriöse Sammler von grossem Interesse, auch gewinnt
eine Website wie diese durch solche Beiträge. Andererseits
gibt es kommerziell ausgerichtete Leute, die nach der Suche beträchtliche
Flurschäden hinterlassen. Wird eine "Wildsau" durch
einen solchen Beitrag auf eine Fundstelle aufmerksam, dann können
auch "normale Sammler" später nicht mehr hingehen,
weil der Förster mit der Flinte auf die Wildschweine wartet.
Also: Die schönen, farbigen Sekundärmineralien liegen
hier längst nicht mehr auf dem Waldboden herum. Wenn Sie hier
aber graben, dann verlassen Sie den Wald so, wie sie ihn angetroffen
haben: Das Loch zugeschüttet und rekultiviert, das heisst:
bepflanzt mit Waldstauden und Gräsern der näheren Umgebung.
Leere Bierflaschen, Coladosen, Sardinenbüchsen und die Alufolie
und werden zusammen mit den Funden natürlich wieder mit nach
Hause genommen. Die Zukunft wird ergeben, ob auf der Website der
Basler Mineraliensammler weiterhin solche Beiträge veröffentlicht
werden können.
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