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Als Teilnehmer einer Mineralienreise nach Brasilien ergab sich die Gelegenheit,
Kontakt mit anderen Sammlern zu knüpfen. So tauchte auch hier bald
einmal die Frage auf ob jemand Quarz aus dem Jura besitze oder gar eine
Fundstelle kenne. T. Schwarz meinte darauf hin, dass das Zeugs bei ihm
nur so herumliege."Muss denn gleich wieder so übertrieben werden"
dachte ich im Stillen, vereinbarte aber gleich einen Treff mit ihm.
Also da standen wir
dann am Ackerrand eines sanften Jurahügels oberhalb Eiken.
Typisches Gestein
Einige Schritte weiter
-er bückte sich- und zeigte mir das erste Exemplar. Auf dieses gräuliche
Gestein müsste man achten, bemerkte er nebenbei. Ich traute meinen
Augen nicht... Das Zeug lag hier tatsächlich herum und nur sehr wenige
wussten davon.
Angespornt durch diese Ueberraschung versuchte ich in den folgenden Wochen
in der Gegend "Anstehendes" zu finden. An verschiedenen Stellen
(eine Auflistung erfolgt am Schluss) waren diese grauen, silexartigen
Kieselkonkretionen zwar vorhanden, aber immer nur als Lesesteine.
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Lesesteinhaufen beim Bollhof |
Die flächenmässige
Ausdehnung führte dann zu einer weiteren Ueberraschung.
Erst beim Bau der Gasleitung 1997 gelang es im Leitungsgraben Anstehndes
zu finden. Es waren eingelagerte Linsen mit einer Mächtigkeit von
bis 50 cm und einer Ausdehnung von bis 25 Metern. Jetzt war mir klar warum
vor allem an Acker- und Waldrändern zusammengetragene Haufen dieses
Materials lagen. Ackerbau betreibende Bauern mussten beim Ankratzen dieser
Linsen diese unweigerlich abräumen. Dieses scharfkantige, harte Gestein
wäre ihren Maschinen schlecht bekommen.
Quarzdruse, 5cm
Es gibt sie also diese Quarze im Jura - und nicht wenige. Wenn die meisten
Quarze auch nur krustenförmig auftreten,so sind mit etwas Glück
doch Kristalle bis 5 mm in geodenähnlichen Hohlräumen zu finden.
Ausser dem Normalhabitus treten keine speziellen Formen auf, s- oder r-Flächen
fehlen immer. Perfekte Durchsichtigkeit und hoher Glanz sind weitere Merkmale
dieses Vorkommens. Selten sind in den aufgeschlagenen Lesesteinen als
Begleitmineralien etwas Malachit, Chalkopyrit, Pyrit oder als Einschlüsse
auch Goethit zu finden.
Ein gelegentlicher Begleiter ist auch der Calcit. Nur einmal, beim Graben
der Gasleitung, war auch Gips zugegen. Azurit scheint eine absolute Ausnahme
zu sein. Mein einziges gefundenes Azuritkriställchen verabschiedete
sich beim Formatieren auf Nimmerwiedersehen...
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Calcit,
5cm |
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Übersicht
der besuchten Fundpunkte (Auszug):
1. rund um den Bollhof,
Acker (1. Fund) Koord. 640.750 / 264.750 430 MüM
2. wie 1 Koord. 640.700 / 264.800 430 MüM
3. wie 1 Koord. 640.325 / 264.425 443 MüM
4. Schupfertenberg / Grüt, Acker Koord. 640.075 / 264.925 443 MüM
5. Schupfertenberg / Grüt, Acker-Waldrand Koord. 640.325 / 264.375
420 MüM
6. Schupfertenberg, Acker-Waldrand Koord. 640.425 / 264.425 450 MüM
7. Holengraben, Acker (beim Kreuz) Koord. 639.810 / 264.650 470 MüM
8. Broom, Acker-Waldrand Koord. 640.250 / 264.625 470 MüM
9. Seckeberg, Acker-Waldrand Koord. 641.450 / 263.625 447 MüM
10. Einletboden, Acker (Pyrit) Koord. 643.250 / 265.125 400 MüM
11. Stelli, Acker Koord. 643.125 / 264.700 418 MüM
12. Hüslimatt, Acker-Waldrand Koord. 642.910 / 264.175 370 MüM
13. Schupfertenberg, Acker-Waldrand Koord. 640.610 / 263.760 460 MüM
14. Leim, Waldrand Koord. 638.385 / 265.125 450 MüM
15. Chatzenflue, Acker-Waldrand Koord. 637.750 / 265.160 510 MüM
16. Zuzgerberg, Acker-Waldrand Koord. 636.880 / 264.100 540 MüM
17. Hohwart, Ackerland Koord. 636.500 / 263.650 571 MüM
18. Dägerfeld, Ackerland Koord. 637.075 / 263.125 553 MüM
19. Wassergrueb, Acker-steinhaufen Koord. 638.375 / 262.525 532 MüM
20. Geren, Acker-Steinhaufen Koord. 636(9?).035 / 262.800 489 MüM
21. Warthöf, Acker-Waldrand Koord. 643.950 / 265.325 422 MüM
22. Wolfgarten, Acker-Waldrand Koord. 644.375 / 264.600 480 MüM
Bemerkungen zu den Fundpunkten
1. Quarz, schönes grünes Malachitbüschel ca. 4 mm lang,
hellblaues Mineral (evtl. Azurit), wenig Calcit
3. vermehrt
fossile, quarzhaltige Hohlräume als Turmschnecken; ein sehr schönes
Ex. gefunden
4. Turmschnecken
bis 12 cm, ausgekleidet mit Quarz
5. heruntergerolltes
Material unweit der Strasse
9. schöne,
wasserklare Quarze
10. erstmals
Pyrit gefunden, das Gestein ist poröser, enthält aber auch Quarz
und Fossilien
Turmschnecke
11. die Anzeichen bessern sich; die Grösse der Hohlräume nimmt
wieder zu ebenfalls bessere Ausbildung Turmschnecke, 9cm, mit Quarz ausgekleidet
15. Turmschnecke
mit Quarz, Malachit und Chalkopyrit (Kupferkies), sehr schön
16. und folgende:
Suche vor allem südwestlich von Obermumpf weil von hier und der vorhergehenden
Fundstelle ein kleiner Taleinschnitt liegt.
Zwischen Oberleim und Zuzgerberg werde ich an einem Steinhaufen wieder
fündig. Das zieht sich dann weiter bis zur Hohwart, wo mit 571 MüM
der vermutlich höchste Punkt erreicht wird. Weiter in Richtung Dägerfeld
Wassergrueb Geren (Depot). Beim letzten Ort: grosse, von
Bauern zusammengetragene Brocken mit spärlichem Quarzinhalt.
Das Ausmass der bis jetzt gefundenen Stellen ist überraschend. Interessant
wird nun der noch weiter südlich liegende Tiersteinberg. Ein erster
kurzer Augenschein am Waldrand und auf den Aeckern endet erfolglos.
Weitere Fundpunkte vermute ich rund um den Flugplatz. Doch nur nördlich
davon sind vereinzelt die quarzhaltigen, grauen Brocken konzentrierter,
fehlen aber oft ganz. Südlich unterhalb der Flugplatzpiste ist nichts
zu finden. Dasselbe gilt am Fusse des Tiersteinberges.
Die grösste Ausdehnung beträgt nun bereits 8 km. Die Grenzen
des Vorkommens sind noch nicht gefunden.
Haben Sie in dieser Gegend bereits gesucht oder sollten sie fündig
werden, so wäre ich Ihnen für eine kurze Notiz dankbar (Koordinaten,
Fundgut).
A.Perner
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